Kreisjugendfeuerwehr Altötting

Feuerwehrleute und qualifizierte Ersthelfer

Als erste im Landkreis Altötting haben sich 14 Töginger Floriansjünger der Ausbildung zum "First Responder" unterzogen
 
Utensilien wie Notfallkoffer und Trage präsentieren die "First Responder" der Feuerwehr Töging beim Gruppenfoto. Lehrgangsleiter Robert Huber (links kniend) hatte mit Ausbilder Ralf Waydmann (3. von rechts) die Inhalte vermittelt. Feuerwehrarzt Dr. Michael Gerstorfer (links stehend) nahm die Prüfung ab. Kreisbrandrat Werner Huber (rechts) gratulierte zur bestandenen Ausbildung, Kommandant Gerhard Bichlmaier (2. von rechts) war selbst unter den Teilnehmern.  − Foto: Grabmaier
 

Utensilien wie Notfallkoffer und Trage präsentieren die "First Responder" der Feuerwehr Töging beim Gruppenfoto. Lehrgangsleiter Robert Huber (links kniend) hatte mit Ausbilder Ralf Waydmann (3. von rechts) die Inhalte vermittelt. Feuerwehrarzt Dr. Michael Gerstorfer (links stehend) nahm die Prüfung ab. Kreisbrandrat Werner Huber (rechts) gratulierte zur bestandenen Ausbildung, Kommandant Gerhard Bichlmaier (2. von rechts) war selbst unter den Teilnehmern.  − Foto: Grabmaier

 

Töging. Wer in Töging und Umgebung Opfer eines Unfalles wird oder einen medizinischen Notfall erleidet, hat künftig noch bessere Chancen auf eine rasche und qualifizierte Erstbetreuung: In den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr gibt es jetzt 14 qualifizierte Ersthelfer ("First Responder").

 Die Zertifikate wurden den Männern bei der Jahreshauptversammlung am Dreikönigstag im Gasthaus Springer überreicht (der Anzeiger berichtete). Die Freiwillige Feuerwehr Töging ist die erste im Landkreis Altötting, bei der sich eine Anzahl von aktiven Mitgliedern dieser zusätzlichen Ausbildung unterzogen haben. Alle Redner lobten die Bereitschaft der Männer, diese Ausbildung zu absolvieren und den Fleiß, mit dem sie sich die zusätzlichen Fertigkeiten angeeignet haben.

  Die Ausbildung hatte seit Anfang des Jahres im Feuerwehrhaus an der Ludwig-der-Bayer-Straße stattgefunden. Überwiegend am Wochenende, aber auch mal abends nach anstrengenden Arbeitsstunden fanden sich die 14 Feuerwehrmänner zusammen, um sich von Lehrgangsleiter Robert Huber und Ausbilder Ralf Waydmann schulen zu lassen. "Gegen Ende war es dann schon ganz schön anstrengend", gibt einer der Teilnehmer zu. Letztlich waren sie aber alle sichtlich stolz, die Urkunde entgegen zu nehmen, die ihnen die erfolgreich bestandene Prüfung bescheinigt. Es war der Notfallarzt Dr. Michael Gerstorfer, der ihnen die Prüfung abnahm. Kreisbrandrat Werner Huber gratulierte bei der Hauptversammlung ebenso wie Bürgermeister Horst Krebes.

 In Theorie und Praxis war es in den Wochen zuvor um Herz-Kreislauf-Wiederbelebung, das rasche Erkennen verschiedener Krankheitsbilder, etwa einer Lungenembolie oder das richtige Handeln bei Notfällen mit Kindern gegangen. Dabei kam auch moderne Technik zum Einsatz, etwa der Defibrillator, der ein stehen gebliebenes Herz mit Stromstößen wiederbeleben soll oder der "Lucas", ein Gerät, das die Pumpstöße zur Lungenwiederbelebung ausführt.

  Rund 80 Stunden seiner Freizeit hat jeder der Feuerwehrmänner über das Jahr verteilt aufgebracht, um sich dieses Wissen anzueignen, das im Notfall über Leben und Tod entscheiden kann. Hintergrund: Seit der Neuorganisation der Alarmierungen gehen die Notrufe bei Rettungsdiensten und Feuerwehr gleichzeitig ein. Während die Rettungsdienste in der Regel erst einen Anfahrtsweg zurücklegen müssen, sind die Feuerwehren meist schneller am Ort des Geschehens. Dann können Minuten lebensrettend sein, wenn die richtigen Handgriffe sitzen.

  Besonders interessant war es für die Feuerwehrmänner sachkundige Hilfe an der Schnittstelle zwischen ihrem Fachgebiet und jenem der Rettungskräfte zu erleben: So hatte man sich in der Feuerwehrausbildung etwa bei Unfällen mit eingeklemmten Personen darauf konzentriert, die zertrümmerte Karosserie etwa mit Rettungsspreizern zu öffnen. Den verunglückten Menschen aus der Havarie zu bergen, war dann allein Sache der Sanitäter. Jetzt aber wissen auch die Feuerwehrmänner, wie man das anstellt, ohne unbeabsichtigt noch zusätzliche Schäden anzurichten.

  Um ihr neues Wissen in der Praxis anwenden zu können, werden die 14 "First Responder" der Feuerwehr künftig mit der "Helfer-vor-Ort"-Truppe, die das Rote Kreuz seit August 2002 in Töging unterhält, bei Einsätzen mitfahren. Dazu werden die Notfallautos der "Helfer vor Ort" benutzt. So können die 14 Männer auch dann helfen, wenn sie in ihrer Eigenschaft als Feuerwehrleute normalerweise gar nicht vor Ort wären: Bei medizinischen Notfällen wird die Feuerwehr in der Regel gar nicht alarmiert.

 Die 14 ersten "First Responder" in einer Feuerwehr im Landkreis Altötting sind: Alexander Bachmann, Christoph Bichlmaier, Gerhard Bichlmaier, Sven Christoph, Josef Dittrich, Klaus Eckert, Stefan Edbauer, Julian Kern, Christian Ortmeier, Robert Oswald, Markus Rietschl, Daniel Snajder, Sascha Snajder und Christian Vetter. − afb

 
 

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Donnerstag, 23. Februar 2012

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